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Newsletter

Newsletter August 2017

Liebe Mitglieder,

die Bundestagswahl liegt nur noch wenige Wochen vor uns. Ihr Ausgang könnte weitreichende Auswirkungen für Deutschland im Allgemeinen, speziell jedoch für die Immobilienwirtschaft im Besonderen haben. Grund genug für uns, noch einmal einen genauen Blick in die Wahlprogramme der einzelnen Parteien und die Politik möglicher Koalitionen zu werfen.

So viel sei vorab gesagt. Keine der möglichen Konstellationen kann die Immobilienwirtschaft völlig aufatmen lassen. Die meisten Programme misstrauen den Marktkräften zu sehr und setzen auf einen Ausbau der bereits vorhandenen Steuerungsfunktionen.

Gleichzeitig wollen wir jedoch nicht nur auf die politischen Ereignisse schauen, sondern auch den Blick auf das Studentische Wohnen werfen. Wie sehen neue Baukonzepte aus und was bedeuten diese für den studentischen Wohnungsbau? Unser Newsletter gibt einen ersten Einblick.

Jetzt aber viel Spaß bei der Lektüre.

Mit den besten Grüßen

Ihr

Rainer Nonnengässer

Vorstandsvorsitzender BfSW

 

Koalitionen im Blickpunkt

Schwarz-Rot

Die Union wirbt für prinzipiell investorenfreundlichere Maßnahmen wie der Abschaffung überflüssiger Vorschriften und einer zeitlich begrenzten degressiven AfA. Zudem soll die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Grundstücke zu günstigeren Konditionen an Kommunen verkaufen, damit diese mehr preiswertes Bauland ausweisen können. Energetische Sanierungen sollen gefördert werden. Dagegen setzt die SPD auf mehr staatliche Kontrolle. Ausweitung der Mietpreisbremse, das Bestellerprinzip auch beim Verkauf, Begrenzung der Mieterhöhung bei Modernisierung und mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau sind nur einige Schlagworte.

Prognose: Die Union muss aufgrund der relativen Stärke der SPD viele Zugeständnisse in Koalitionsverhandlungen machen. Die staatlichen Interventionen in den Wohnungsmarkt werden zunehmen. Einzig eine degressive AfA wird kommen.

Rot-rot-grün

SPD, Linkspartei und Bündnis 90 / Die Grünen eint der Wunsch nach mehr staatlicher Kontrolle im Wohnungsmarkt. Eine Verschärfung der Mietpreisbremse, ein massiver staatlicher Sozialwohnungsbau, die Begrenzung der Umlage von energetischen Sanierungen und Modernisierungen stehen bei SPD und Linkspartei im Wahlprogramm. Die Grünen wollen preiswerten Wohnungsbau durch steuerliche Anreize schaffen, bleiben dabei aber wenig konkret. Die Linkspartei denkt offen über Möglichkeiten der Enteignung sowie den Entzug von Betriebserlaubnissen für Immobilienfonds nach.

Prognose: Unter Rot-Rot-Grün verschlechtert sich das Klima für Investitionen in Immobilien massiv, auch wenn SPD und Grüne die Linkspartei von der Umsetzung ihrer extremsten Forderungen abhalten.

Schwarz-Gelb

Die FDP setzt auf eine höhere Abschreibung für Wohnimmobilien und eine Abschaffung der Mietpreisbremse. Für Bundesmittel zur Wohnraumförderung soll eine Zweckbindung eingeführt werden. Die Positionen von Union und FDP liegen damit in vielen Punkten nicht weit auseinander bzw. überschneiden sich teilweise.

Prognose: Unter Schwarz-Gelb wird eine degressive AfA Realität. Weitere preistreibende Regulierungen werden nicht beschlossen. Auch eine sanfte Deregulierung ist denkbar.

Schwarz-Gelb-Grün

In einer Jamaika-Koalition dominieren die marktliberaleren Kräfte. Die Grünen stehen mit ihrer stärker interventionistischen Politik eher im Abseits. Mit der Forderung von bezahlbarem, ökologischem Wohnraum gegen eine entsprechende steuerliche Förderung könnten die Grünen jedoch Teile der CDU ansprechen.

Prognose: Die Jamaika-Koalition einigt sich auf eine degressive AfA. Zudem wird der ökologische und sozial geförderte Wohnungsbau steuerlich verstärkt gefördert.

Rot-Grün-Gelb

Einer Rot-Grün-Gelben Regierung würde es sicherlich schwerfallen, eine einheitliche Linie in der Baupolitik zu finden. Die FDP steht mit ihren Forderungen diametral gegen SPD und Grüne. In einer Koalition müsste die FDP aufgrund der relativen Stärke von SPD und Grünen wohl deutliche Zugeständnisse machen.

Prognose: SPD und Grüne bestimmen die Baupolitik in dieser Konstellation. Die staatliche Intervention im Wohnungsmarkt setzt sich fort und wird weiter verschärft. Einzig bei einer Reform der Wohnimmobilienkreditrichtlinie kann sich die FDP durchsetzen und die Verbraucher stärken.

 

Hybrides Bauen – in vier Monaten zum fertigen Studentenwohnheim

In Zeiten von knapper werdenden Ressourcen und der Diskussion um das CO2 reden viele über hybrides Bauen, aber BfSW-Mitglieder setzen es in die Tat um. In Berlin hat die IHT Planungsgesellschaft das erste hybride Studentenwohnheim fertiggestellt. 129 Zimmer und 141 Betten sind in knapp vier Monaten Hochbau endstanden. Dank Stützen aus Holz und Bauweise im KFW 55 Standard wird die Nutzung von nachwachsenden Ressourcen mit Energieeffizienz verbunden. Gleichzeitig gibt es keine Komforteinschränkungen für die Anwohner. Im Gegenteil: Die positiven Auswirkungen von Holz auf das Raumklima wurden vielfach nachgewiesen. Dabei lässt sich das Gebäude zu Preisen wie im konventionellen studentischen Wohnungsbau realisieren.

Die große Herausforderung im Vergleich zur klassischen Betonbauweise besteht im erhöhten Planungsaufwand. Alle Planungsdetails müssen bei Einreichung der Baugenehmigung feststehen. Die serielle Bauweise macht Änderungen im Nachhinein nur mit großem Aufwand möglich. Auch unterschiedliche Bauordnungsvorschriften – vor allem in Bezug auf den Brandschutz – können Planung und Realisierung von Hybriden erleichtern oder erschweren. Dazu kommt, dass viele Banken hybride Immobilen noch nicht oder nur eingeschränkt finanzieren. Das liegt an technisch oftmals veralteten Rahmenbedingungen, welche die Nutzungsdauer eines Hybriden auf rund 40 Jahre begrenzen. Zum Glück gibt es auch progressivere Banken. Ein Institut unter den BfSW-Mitgliedern geht hier mit gutem Beispiel voran.

Hybrides Bauen bietet etliche Vorteile und gibt eine Antwort darauf, wie Bauen ressourcenschonender und damit nachhaltiger gelingen kann. Die bestehenden Herausforderungen können mit Know-how und den richtigen Partnern gemeistert werden.

 

Neumitglieder im Doppelpack

Mit der SMP GmbH und der mondial Kapitalverwaltungsgesellschaft können wir gleich zwei Neumitglieder begrüßen. Mondial wurde im Jahr 2012 gegründet und ist ein unabhängiger Anbieter von offenen Immobilien-Spezial-AIF. Bereits seit dem Jahr 2013 investiert die Gesellschaft mit dem mondial campusfonds DI in Studentisches Wohnen. Mit SMP tritt zudem ein digitalaffines Unternehmen bei. Mit der Online-Plattform WG-GESUCHT richtet sich das Unternehmen an Wohnungssuchende und Wohnungsanbieter. Private Nutzer können so provisionsfrei Wohnungen anmieten. Mit täglich bis zu acht Millionen Besuchern handelt es sich um das größte Portal für WG-Zimmer in Deutschland.

 

Zahl des Tages

0 Prozent aller Parteien werden in ihren Wahlprogrammen konkret, wenn es um studentischen Wohnungsbau geht.

 

Termine

12.09. – 15.09.2017:  European Association for International Education – 29th Annual EAIE Conference and Exhibition, Sevilla

26.09.2017: LD Events – Alternative Residential Property Conference, London